[DEUTSCHE VERSIO UNTEN]

At some point, a woman reaches a moment in her life where she can no longer bear her isolation from her own menstrual happening. Periodically or perhaps not periodically, the blood knocks on her door and wants to reveal its magic which lies hidden in her womanhood.

If she ignores this knocking, she will still stay alive, but some tweaking discomfort will creep in. The magic of her cyclical essence will never be experienced.

This moment came into my life six years ago. As a young girl in puberty, the monthly bleeding was more or less swept under the societal rug. I would buy tampons with a face blushed in shame and just accept it as a new part of my human life. Hardly words were used about this topic. It’s just the way it is, they would say. Secretly, I was curious to know more about it, but who to ask? Nobody really talked about it.

Someday later, I took the anti-baby-pill and from then on, I was separated from my physicality anyway. For eight years I would stand next to my body. And I thought it was normal. My body would show many symptoms, but I never did I put them in context with the pill. Since every woman who I knew was on the pill herself. Without any questioning. Getting the prescription from my gynaecologist at that time took less than three minutes.

Getting rid of the pill suddenly pulled me back into my body. It happened so abruptly that I didn’t know how to handle it. All at once, my libido bursted into bloom. I could feel myself breathing. My feelings somersaulted which overstrained me. And my body embarked on a big clean-up. Acne. Hair loss. Amenorrhoea for four months. There were women who congratulated me for not bleeding. I shall be happy, they said.

I learned to hold space for my own transformation process. It took one and a half years until I felt myself within myself again. In my natural form as a woman.

Deep inside of me something was boiling. In front of my inner eyes I saw how we as women in the entire world would celebrate ourselves. How we would pull the blood out of the dirt and recognize its sacredness again.

I wrote a letter to my monthly bleeding. This gave the impulse for my healing. I told her that I will be with her from now on. That I no longer ignore and will listen to her.

The way a woman bleeds shows how much she was in alignment with herself during this cycle. It is so explicit that I wonder how I could have been so blind all those years. And this leads me to how important it is for all of us to make the menstruation a topic of conversation again.

I imagine a world in which a girl who bleeds for the first time gets initiated by the women in her environment. In which she is introduced ritually to the sacredness of her blood. To the magic of her womanhood. To her connection to Mother Earth. And to the moon.

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And that we comprehend finally that each day is different. That especially we as women are cyclical beings who cannot be forced into the linear patriarchal system of our society.

I imagine that we mimic the new moon und are able to withdraw from the external. That we listen to what our womb whispers to us. That we receive its magical messages. That we live our art. Follow our intution. And above all, sense this deep connection which we all long for so much. To arrive at oneness. In the womb of our Mother Earth.

Sabrina Abhai Joti


 

Irgendwann kommt der Zeitpunkt im Leben einer Frau, in der sie ihre Abschottung von ihrem eigenen menstruellen Geschehen nicht mehr ertragen kann. Regelmäßig oder auch unregelmäßig klopft das Blut an die Tür und möchte ihr den Zauber offenbaren, der in ihrem Frausein verborgen liegt.

Ignoriert sie dieses Klopfen, wird sie weiterhin am Leben sein, doch so manch zwickendes Unwohlsein mag sich einschleichen. Die Magie ihrer zyklischen Wesenheit mag sie nie erfahren.

Dieser Zeitpunkt trat vor sechs Jahren in mein Leben. Als junges Mädchen in der Pubertät wurde das monatliche Bluten so ziemlich unter den gesellschaftlichen Tisch gekehrt. Unter Scham kaufte ich mir Tampons und akzeptierte es einfach als neuen Teil meines menschlichen Daseins. Kaum Worte wurden darüber verloren. Es ist halt so. Insgeheim war ich neugierig, mehr darüber zu erfahren, doch wen fragen? Man sprach nicht sehr viel darüber.

Irgendwann nahm ich die Anti-Baby-Pille und von da an war ich sowieso abgeschottet von meiner Körperlichkeit. Acht Jahre stand ich neben meinen Körper. Und dachte, es sei normal. Jegliche Symptome schlichen sich ein, doch nie verband ich sie mit der Pille. Denn jede Frau, die ich kannte, nahm sie. Ohne zu hinterfragen. Mein Besuch beim Frauenarzt damals dauerte weniger als drei Minuten und ich hatte das Rezept in der Hand.

Mit dem Absetzen der Pille war ich auf einmal in meinem Körper. Es kam so abrupt, dass ich nicht wusste, wie ich damit umgehen sollte. Auf einmal erblühte meine Libido. Ich konnte mich atmen spüren. Meine Gefühle überschlugen sich, was mich überforderte. Und mein Körper machte sich auf zum Großputz. Akne. Haarausfall. Ausbleiben der Menstruation für vier Monate. Es gab Frauen, die mir gratulierten, ich solle doch froh sein, nicht zu bluten.

Ich lernte, Raum für meinen eigenen Transformationsprozess zu halten. Es dauerte eineinhalb Jahre bis ich wieder bei mir war. In meiner natürlichen Form als Frau.

Tief in mir brodelte es. Ich sah vor meinem geistigen Auge, wir wir Frauen auf der ganzen Welt uns selbst zelebrieren. Das Blut aus dem Schmutz ziehen und seine Heiligkeit wiedererkennen.

Ich verfasste einen Brief an meine monatliche Blutung. Dies war der Anstoß zur Heilung. Ich schrieb ihr, dass ich von nun an bei ihr bin. Sie nicht mehr ignoriere und ihr zuhöre.

Die Art und Weise, wie eine Frau blutet, zeigt ihr auf, wie sehr sie in diesem Zyklus mit sich selbst im Einklang war. Es ist so eindeutig, dass ich mich frage, wie ich all die Jahre so blind sein konnte. Und das führt mich dazu, wie wichtig es für uns alle ist, die Menstruation zum Gesprächsthema zu machen und eine Verbindung zu ihr herzustellen.

Ich stelle mir eine Welt vor, in der ein Mädchen, dass zum ersten Mal blutet, von den Frauen in ihrer Umgebung eingeweiht wird. Dass sie rituell instruiert wird über die Heiligkeit ihres Blutes. Über die Magie ihrer Weiblichkeit. Über ihre Verbindung zur Mutter Erde. Und zum Mond.

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Und dass wir endlich begreifen, dass nicht jeder Tag gleich ist. Dass wir besonders als Frauen durch unsere individuellen Zyklen gehen, die nicht in das lineare patriarchalische System unserer Gesellschaft hineingezwängt werden können.

Ich stelle mir vor, dass wir es dem Neumond gleichtun und uns zurückziehen können. Unserer Gebärmutter zuhören, was sie uns zuflüstert. Ihre magischen Mitteilungen empfangen. Unsere Kunst leben. Unserer Intuition folgen. Und vor allem diese tiefe Verbindung, nach der wir uns alle so sehnen, spüren. Im Einssein ankommen. Im Schoß unserer Mutter Erde.

Sabrina Abhai Joti

 

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