Karen und ich lernten uns während unserer Kundalini-Yoga-LehrerInnen-Ausbildung in Berlin kennen. So richtig tief, von Seele zu Seele, sprachen wir das erste Mal bei einem Treffen in Berlin Mitte im März 2016.

Ich erinnere mich immer wieder an dieses Treffen, denn Karen ist ein Sonnenkind und an diesem Tag glitzerten die ersten Strahlen der Frühjahrssonne so schön auf der Oberfläche der Spree. Wir gingen an ihrem Ufer spazieren und fanden schnell viele gemeinsame Nenner in unseren Leben. Vor allem, was die Themen Beziehung und Sexualität angeht, hatten wir ganz ähnliche Erfahrungen gesammelt. Ohne große Erklärungen konnten wir uns direkt ineinander hinein versetzen und nachspüren, was die andere meinte. Unglaublich viel Transformationsarbeit liegt in diesen Themen! Es ist einfach schön, das alles mit jemandem ohne Scham frei heraus teilen können.

Auch jetzt verlaufen unsere Wege ganz ähnlich. Karen lässt ihr altes Leben hinter sich und macht sich auf nach Indien, um einen weiteren großen Schritt in ihre Selbstbefreiung zu gehen.

Ich weiß immer um das Strahlen deiner inneren Sonne, liebe Karen! Egal, wo wir gerade sind auf der Welt, unsere Seelen halten das dicke Band unserer Freundschaft immer aufrecht!

Hier erzählt sie, wie sie sich von der Schmerzen der Menstruation befreit hat:

“Bis zu meinem 30. Lebensjahr spürte ich Schmerzen im Unterleib, wenn ich meine Menstruation bekam. Am liebsten hätte ich mich mit einer Wärmflasche auf dem Bauch und einer Tasse Tee in der Hand auf die Couch gepackt. Auch wäre ich gern allein gewesen, da ich mich zumeist in dieser Zeit sehr dünnhäutig fühlte.

Doch der Alltag mit meinem Arbeitsleben erlaubte es oftmals nicht. Kaum dass man sich getraut hat, auszusprechen, dass man gerade menstruiert und sich in dieser Zeit nicht zu hundert Prozent leistungsfähig fühlt.

Bis zu dem Punkt an, an dem ich Kundalini Yoga für mich entdeckt und intuitiv gleich die Lehrer-Prüfung absolviert habe. Es war ein Mix aus verschiedenen Begegnungen, welche mich von den Regelschmerzen weggebracht haben, sodass ich keine Schmerztabletten mehr einnehmen brauche.

Es war auch der Besuch eines Sacred Women Circles auf einem Festival, in dem wir unseren „Womb“ durch die energetischen Hände der Kursleiterin berühren ließen und durch eine Zeremonie im Kreise von Frauen geführt wurden. Ich besuchte einige Zeit später wieder einen Workshop im Kreise von Frauen, da mich diese authentische Kraft und Energie noch tagelang getragen hat.

Zuallerletzt kreierte ich mir selbst eine kleine Zeremonie, indem ich meinen Körper mit Öl massierte, meine Menstruation bewusst einlud und mich für den natürlichen menschlichen Vorgang des Menstruierens bei Mutter Natur und meinem Körper bedankte.

Ich achte heute anders auf mich und nehme diese Zeit sehr bewusst wahr. Dieses Bewusstsein findet in meinem Körper statt und auch im Außen.”

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[Karen (l.) und ich (r.) am Ufer der Spree im Marz 2016}