Isha saß zehn Tage lang vor mir. Mit gekreuzten Beinen. Mir den Rücken zeigend.

Das Universum hatte uns zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu einem Vipassana-Meditations-Kurs in ein Dorf nahe Bangalores geführt. Uns war es in diesen zehn Tagen der Stille weder erlaubt zu sprechen noch andere Kommunikationsgestiken auszutauschen. Wir durften uns noch nicht einmal in die Augen schauen. So vor mir sitzend war Isha durch ihre nach außen strahlende Ruhe eine große Motivation für mich, mehr als zehn Stunden am Tag in Meditation zu verbringen.

Als am letzten Tag das Schweigegebot gebrochen wird, kamen wir miteinander ins Gespräch und merkten ganz schnell, dass wir doch so einiges in unseren Leben gemeinsam haben. Seien wir auch noch in solch unterschiedlichen Kulturen aufgewachsen.


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Isha ist eine Frau voller Tiefe, in die man gerne mit ihr gemeinsam eintaucht und sich dann in inspirierenden Konversationen wiederfindet. Das ist gelebte Schwesternschaft! Auch in ihr ruft die wilde Frau zur Befreiung!

Hier erzählt sie, wie sie ihren Schöpfergeist aktiviert:

 

„Um in meine kreative Ader einzutauchen, muss ich in einem Zustand sein, der offen, uneingeschränkt und empfänglich ist. Das erlaubt mir, die kleinen Details wahrzunehmen und hilft mir, Ideen in einer stimmigen Art und Weise umzusetzen. Wenn es beispielsweise ums Schreiben geht, sammle ich zuerst willkürlich Informationen, analysiere sie sorgfältig und setze sie dann strukturiert und gut überlegt zusammen. Meine andere Lieblingsbeschäftigung wiederum, das Kochen, lässt mich wirklich im Hier und Jetzt sein. Es hilft mir, meine Empfindsamkeit für Schmecken, Riechen, Berühren, Sehen, Fühlen und mein Gefühl für die Konsistenz der mir zur Verfügung stehenden Lebensmittel zu erhöhen. Mein nächstes Hobby, das Malen, hat mehr mit meinen Reflexen als mit logischem Denken zu tun. Es stimuliert meine künstlerischen Fähigkeiten und unterstützt mich dabei, etwas Begehrliches zu erschaffen.

All diese kreativen Tätigkeiten führen mich zu Freude und Entspannung.“