[DEUTSCHE VERSION UNTEN]

Since my awakening several years ago, I hear the word EMBODIMENT ringing in my ears. I was conscious about the fact that the human awakening doesn’t work without the body. I knew that every moment exists of being completely conscious of my physical sensations at all times. And even more. To value them. To experience them. To be in alignment with everything else that is happening around me. From second to second.

Two weeks ago, I had an experience which made it no longer able for me to avoid doing exactly this. To be in the here and now with my body and everything else I am. To let myself be guided by the intelligence of my physical existence. To trust and surrender to it. To open up my mind to be held by it.

It was a hot summer day. I walked home from work being fully aware that I numbed my body with a lot food the last days to not sense my true feelings. I wanted to function in my daily life and would rather prefer to have some stomach ache than taking time to check in with myself. It seemed much easier to me.

Anyway, on my way home, I felt a burning sensation in my ovaries. They were glowing from heat. I walked faster because I knew something wanted to come through me very soon. At the same time, I sensed how aggressiveness started to spread inside of me. A kind of rage which was growing more and more.

I could hardly wait to be alone with myself. I ran up the stairs, opened the door, threw my bag into the corner and jumped right under the shower washing off the day.

Then, everything happened automatically. Without questioning or doubting my actions, I let myself be guided by my intuition. I put one wild drum music, opened my window, stood naked in the middle of my room and felt into my womb. She began to dance through my body. Through every part of her. From her, the source, my movements arose and floated through my whole body.

Simultaneously, Gaia, Mother Earth, appeared in front of my inner eye and I understood where my anger came from. Like a wild one I stamped with my feet on the floor and embodied every shade of my emotions. Gaia showed me how much pain is caused by not living my true self. By not expressing my truth because I fear being rejected. By numbing my body with food to ignore my dissatisfaction. By denying my sensuality and sexuality because of shame and not fitting into society.

All these self-imposed restrictions cause painful damage in my body. And not only in mine. In front of my inner eye, I saw the whole of mankind how everyone is in a hurry to serve an ideal. Unfailingly higher and further. Only acting from the mind. Decimating the original sexual nature. Separated from Mother Earth.

Gaia invoked me to let my mask fall.

I continued surrendering to the flow of my movements until nothing was left. I felt the strong need to cleanse myself with cold water. Again, I jumped into the shower and let icecold water flow over my body. I felt how every heavy weight and contraction dipped. I came closer to myself.

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After that, I lay down on my big carpet on the floor and began to lovingly touch myself. I caressed my breasts. Sensed my palms on my skin and was very gentle with my myself. My Yoni called my attention and I knew the journey is not over yet.

I began to massage her. In doing so, I discovered pressure points which felt numb. With full awareness I dedicated myself to her. Again, letting myself being guided by my body. Little by little, deeper layers opened up before me and suddenly, the rage was gone and I encountered my grief. Tears were running down my cheeks.

I made a promise to myself. I promised myself that I will no longer numb my body, but listen to her voice. To honor her as my temple in order for my soul to feel comfortable in her. To take her needs seriously, to read her signs. To no longer suppress my sexual nature.

I realized that my depressions come from denying my true self. From all the stagnation building up until I cannot feel anything anymore. Until I become completely unable to move.

Movement is medicine. And I know that we as human beings are meant to dance. To experience the world through our body and emotions. Also our mind takes part in it, for sure. We cannot ignore even a single part of our human existence. Everything takes part in the cosmic dance.

And yes, this event was truly life-changing for me. Every day, I am busy to integrate all parts of myself. To experience and express them. I am still practicing and learning though. Nevertheless, the awareness for my body has enhanced immensely. I am able to perceive even more. And I love it. Every moment is packed with greater aliveness.

We cannot longer live a life denying our physicality and sexual nature.

SAT NAM

Sabrina Abhai Joti


 

Seit meinem Erwachen vor mehreren Jahren hörte ich immer wieder das Wort VERKÖRPERUNG in meinen Ohren klingen. Mir war bewusst, dass das menschliche Erwachen nicht ohne den Körper funktioniert. Ich wusste, dass jeder Moment daraus bestehen würde, mit allen meinen physischen Sensationen vollkommen präsent zu sein. Und sogar noch mehr. Sie wertzuschätzen. Sie dann zu erfahren. Im Einklang sein mit allem, was sonst noch um mich herum geschieht. Von Sekunde zu Sekunde.

Vor zwei Wochen machte ich eine Erfahrung, bei der ich nicht mehr drumherum kam, genau dies zu tun. Mit meinem Körper und allem, was ich sonst noch bin, im Hier und Jetzt zu sein. Mich führen zu lassen von der Intelligenz meiner physischen Existenz. Ihr zu vertrauen und mich ihr hinzugeben. Meinen Geist dafür zu öffnen, sich von ihr tragen zu lassen.

Es war ein heißer Sommertag. Ich lief von der Arbeit nach Hause in dem Bewusstsein, dass ich die letzten Tage meinen Körper stark mit Essen betäubt hatte, um meine wahren Gefühle nicht zu stark spüren zu müssen. Ich wollte funktionieren im Alltag und da war es mir lieber, ein wenig Bauchschmerzen zu haben, als mir die Zeit zu nehmen, mich mit mir selbst zu verbinden. Es erschien mir sehr viel einfacher.

Jedenfalls spürte ich auf dem Nachhauseweg ein Brennen in meinen Eierstöcken. Sie glühten vor Hitze. Ich lief immer schneller, denn ich wusste, da wollte etwas durch mich hindurch. Gleichzeitig spürte ich, wie sich aggressive Gefühle in mir breitmachten. Eine Art Wut, die sich immer mehr verstärkte.

Ich konnte es kaum noch erwarten mit mir alleine zu sein. Rannte die Treppen hoch, öffnete die Wohnungstür, ließ meine Tasche in die Ecke fallen und sprang erst einmal unter die Dusche. Ich wusch mir den Tag von meinem Körper.

Dann lief alles automatisch ab. Ohne zu hinterfragen oder meine Handlungen anzuzweifeln, ließ ich mich von meiner Intuition leiten. Ich legte wilde Trommelmusik auf, öffnete mein Fenster, stellte mich nackt in die Mitte meines Raumes und spürte in meine Gebärmutter hinein. Sie tanzte sich durch meinen Körper hindurch. In jedes Glied. Aus ihr, der Quelle, entsprangen meine Bewegungen und glitten durch meinen gesamten Körper.

Gleichzeitig sah ich Gaia, Mutter Erde, vor meinem inneren Auge und verstand, woher meine Wut kam. Wie eine Wilde stapfte ich mit den Füßen auf den Boden und verkörperte jede Nuance meiner Gefühlsregungen. Gaia zeigte mir, wie viel Schmerz es in meinem Körper verursacht, wenn ich mein wahres Selbst nicht lebe. Wenn ich nicht meine Wahrheit spreche aus Angst vor Zurückweisung. Wenn ich meinen Körper mit Essen betäube, um meine Unzufriedenheit nicht wahrnehmen zu müssen. Wenn ich meine Sinnlichkeit und Sexualität verleugne aus Scham und um mich der Gesellschaft anzupassen.

All diese selbst auferlegten Restriktionen verursachen Schmerzen in meinem Körper. Und nicht nur in meinem. Vor meinem inneren Auge sah ich die gesamte Menschheit, wie sie sich abstrampelt, einem Ideal zu dienen. Immer höher. Immer weiter. Nur vom Verstand aus agierend. Die ursprüngliche sexuelle Natur dezimierend. Abgeschnitten von Mutter Erde.

Gaia rief mich auf, meine Maske fallen zu lassen.

Ich gab mich weiter dem Fluss der Bewegungen hin bis nichts mehr aus mir herauskam. Ich spürte das starke Bedürfnis, mich mit kaltem Wasser zu reinigen. Also sprang ich wieder unter die Dusche und ließ eiskaltes Wasser über meinen Körper fließen. Ich spürte, wie jegliche Schwere und Verdichtung von mir abfiel. Ich fühlte mich mir selbst sehr viel näher.

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Dann legte ich mich auf meinen großen Teppich und berührte mich liebevoll. Ich streichelte meine Brüste. Spürte meine Handflächen auf meiner Haut und war ganz zart mit mir selbst. Meine Yoni regte sich und ich wusste, die Reise ist noch nicht vorbei.

Ich begann, sie zu massieren. Dabei entdeckte ich Druckpunkte, die sich taub anfühlten. Ich widmete ihnen meine volle Aufmerksamkeit. Ließ mich weiter von meinem Körper führen. Nach und nach eröffneten sich mir tiefere Schichten und plötzlich war die Wut weg und ich begegnete meiner Trauer. Tränen liefen über meine Wangen.

Ich gab mir selbst das Versprechen, meinen Körper nicht mehr zu betäuben, sondern auf seine Stimme zu hören. Sie zu ehren als meinen Tempel, sodass sich meine Seele wohl in ihr fühlt. Ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen, ihre Zeichen zu deuten. Meine sexuelle Natur nicht mehr zu unterdrücken.

Mir wurde bewusst, dass meine Depressionsphasen daher rühren, dass ich mein wahres Selbst so stark verleugne bis sich so viel Stagnation in mir breit macht, dass ich gar nichts mehr spüre. Völlig bewegungsunfähig werde.

Und ja, dieses Erlebnis war tatsächlich lebensverändernd für mich. Ich bin jeden Tag damit beschäftigt, all die Teile in mir zu integrieren. Sie zu erleben und auszudrücken. Selbstverständlich übe und lerne ich noch. Mein Körpergefühl jedoch hat sich unglaublich verstärkt. Ich nehme noch mehr wahr. Und ich liebe es. Jeder Moment hat noch mehr Lebendigkeit gewonnen.

Ein Leben in Leugnung unsere Körperlichkeit und sexuellen Natur ist nicht mehr möglich.

SAT NAM

Sabrina Abhai Joti

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