[DEUTSCHE VERSION UNTEN]

I will never forget the early Sunday morning hours during my Kundalini-Yoga-Teacher-Training in winter in 2015/ 2016 in Berlin.

Sunday mornings were dedicated to Sadhana time as taught in the Kundalini Yoga tradition by Yogi Bhajan. In the middle of the night my alarm clock went off to wake me up from my only very shallow sleep. I was still vibrating with a lot of energy from Saturday’s yoga.

To become a Kundalini Yoga Teacher I had to – no, I was ALLOWED to – discover the art of the cold shower – called Ishnaan. Ishnaan is a form of hydrotherapy highly recommended by Yogi Bhajan.

While it was snowing outside, I quickly jumped into the bathroom to keep the rest of my sleeping heat my body was still wrapped up in. I rubbed myself rapidly with a bit of almond oil – the rubbing of my hands produced some heat on my skin once more – and got in the shower tub. There, to begin with I let the cold water flow onto my feet, then, let led it higher up to my calves and finally over onto my hands and arms. Until then, everything was still okay.

I breathed deeply in and out through my mouth in the hope it would numb me a bit and began to hold the water jet right above my chest from where the cold water flew down onto my belly at the front side of my body. Finally, what followed was the crowning glory of letting the water glide down my neck, shoulders and my whole back. At this point, I uttered some indefinable sounds.

I repeated the whole procedure three times. Subsequently, I climbed out of the shower tub and rubbed myself strongly with a warmed towel. My whole body was vibrating. My organs were broad awake. My glands were highly stimulated. And my nervous system was ready for take-off.

Somehow, in this way I survived the winter time of my training. I sensed though that it didn’t feel right to do it every single day. Often times it felt too harsh. My body wasn’t ready for it each day, especially on those days on which I felt weak and freezed anyway.

It was only when the temperatures outside went up again that I could really notice the positive effects of the cold shower. In summer time it was even fun to me. Especially during my stay in India, I enjoyed letting the water wash over my body in huge swinging motions directly from the bucket. Or in Romania where I had the privilege to bath in a river in the middle of Mother Nature.

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In autumn, when the temperatures dropped again and I entered a period of my life in which I wanted to listen more carefully to the voice of my body and follow my intuition, I went back to let hot water flow over my tensed and chilled through shoulders. And it felt incredibly pleasant.

Anyhow, women refrain from Ishnaan during their menstruation and pregnancy. Besides, the head, thighs and genitals are omitted. It would disarrange the mineral balance in the body. Even in case of illness as fever, rheumatism and heart problems it is not recommended.

That way, I experimented with it back and forth until today when I reached a point where the cold shower is an option every day, but not a must. Sometimes, I just like to use it as an energetic cleansing and often times I feel how something drops off from my system and I break out into laughter. An all-encompassing clarity spreads and settles inside of me.

Yogi Bhajan about Ishnaan: “If I with my body can conquer the chilliness of the water, I can take away the chilliness of my life.“

Just give it a try once! 😉

Sabrina Abhai Joti


 

Nie werde ich die frühen Sonntagmorgenstunden meiner Kundalini-Yoga-LehrerInnen-Ausbildung im Winter 2015/ 2016 in Berlin vergessen.

Sonntagmorgen bedeutete Sadhana-Time nach traditioneller Kundalini-Art nach Yogi Bhajan. Mitten in der Nacht klingelte mein Wecker, um mich aus dem ohnehin nur sehr seichten Schlaf zu wecken. Ich vibrierte noch voller Energie vom Samstags-Yoga.

Um eine Kundalini-Yoga-Lehrerin zu werden, musste – nein, DURFTE – ich die Kunst der kalten Dusche – Ishnaan genannt – kennenlernen. Ishnaan ist eine Form der Hydrotherapie, die Yogi Bhajan uns wärmstens empfiehl.

Während es draußen schneite, hüpfte ich geschwind ins Bad, um die restliche Schlafwärme, die meinen Körper noch einhüllte, nicht zu verlieren. Ich rieb mich blitzschnell mit etwas Mandelöl ein – das Reiben der Hände auf der Haut erzeugte noch einmal ein wenig Hitze – und stellte mich unter die Dusche. Dort ließ ich das kalte Wasser zunächst über meine Füße fließen, führte es dann hoch zu den Waden und anschließend über meine Hände und Arme. Bis dahin ging es noch.

Ich atmete tief durch den Mund ein und aus in der Hoffnung mich damit betäuben zu können und hielt den Wasserstrahl dann über meine Brust, von wo aus das kalte Wasser über meinen Bauch an meiner Körpervorderseite hinunterfloss. Schließlich folgte die Krönung und ich ließ das Wasser von meinem Nacken über meine Schultern und den gesamten Rücken gleiten. An dieser Stelle gab ich ein paar undefinierbare Töne von mir.

Die ganze Prozedur wiederholte ich dreimal. Dann stieg ich aus der Dusche und rubbelte mich kräftig mit einem gewärmten Handtuch ab. Mein ganzer Körper vibrierte. Meine Organe waren hellwach. Meine Drüsen hoch stimuliert. Mein Nervensystem vollkommen auf Bereitschaftsmodus eingestellt.

Irgendwie so überlebte ich die Winterzeit meiner Ausbildung. Ich spürte jedoch, dass es sich nicht jeden Tag gut anfühlte. Oft zu harsch. Mein Körper war nicht jeden Tag bereit dafür, vor allem nicht an solchen Tagen, an denen ich mich schwach fühlte und sowieso schon frierte.

Erst als die Temperaturen draußen wieder anstiegen, konnte ich die positive Wirkung der kalten Dusche richtig wahrnehmen. Im Sommer machte es mir sogar Spaß. Vor allem während meiner Zeit in Indien genoss ich es das Wasser in großen Schwüngen direkt aus dem Eimer über meinem Körper zu ergießen. Oder in Rumänien, wo ich das Privileg hatte, in einem Fluss mitten in der Natur zu baden.

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Als dann die Temperaturen zum Herbst hin wieder fielen und ich sowieso eine Phase in meinem Leben betritt, in der ich mehr auf die Stimme meines Körpers hören und meiner Intuition folgen wollte, ließ ich wieder heißes Wasser über meine verspannten und verfrorenen Schultern fließen. Und es fühlte sich unglaublich wohltuend an.

Ohnehin unterlassen Frauen die kalte Dusche während der Menstruation und in der Schwangerschaft. Außerdem ausgespart werden der Kopf, die Oberschenkel und die Genitalien. Dies würde den Mineralstoffhaushalt im Körper durcheinanderbringen. Auch bei Krankheit wie Fieber, Rheuma und Herzproblemen wird nicht kalt geduscht.

So experimentierte ich hin und her und bin heute an einem Punkt, an dem die kalte Dusche jeden Tag eine Option, aber kein Muss ist. Ich nutze sie auch gerne einfach zur energetischen Reinigung und spüre oft, wie anschließend etwas von mir abfällt und ich in Lachen ausbreche. Eine alles übergreifende Klarheit macht sich in mir breit.

Yogi Bhajan über Ishnaan: „Wenn ich mit meinem Körper die Kälte des Wassers überwinden kann, dann kann ich auch die Kälte in meinem Leben besiegen.“

Probiere es doch einmal aus! 😉

Sabrina Abhai Joti

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