[DEUTSCHE VERSION UNTEN]

In summer 2016, when I was sitting in my single apartment in Berlin and it was raining outside, I wrote the following lines:

„The rain is pounding wildly against the windows. Making her feel so calm.

The rain is pounding wildly against the windows. Making her feel so hell-bent.

Hell-bent on what will arrive. On what she would like to arrive. On the nature she will indulge in. She will give herself over to.

Pictures, memories are coming to her mind, when she strains her ears for the sound of the heavy rains that is descending upon the earth. She as a small girl with outstretched arms spinning round in circles. Her face facing the sky. Dancing in the rain.

Until one came and said, something like that is simply not done.

Hence, the sensation of feeling this joyful bliss had been tabooed forever.

Today, she learns to break the rule.

When it is raining outside, she sits in her apartment and dreams herself outside into the world. She dreams herself in the middle of a forest on whose rain-sodden floor she dances while her dress is entwining around her body in tatters. Then she dreams herself into the memories of her childhood, when she was living in an apartment right under the roof on whose bricks the rain was pattering in a loud voice. Even louder on the roof-lights. Her gate into the world. Thereabouts the world begins.

The fragrance of the pure rain mixed with the wooden smell of the room beams was spreading. It is sweet with wild freedom.

It is still here today. When it rains. In Berlin. In the second floor of her existing old dwelling.

Whereto does the wild rain lead her to?

This is tonight’s question. The wild rain. Whereto?“

Today I know whereto he led me to. Mother Earth spoke through him. She called me to get out into the wide world. She made a plea for me to liberate myself.

Sabrina Abhai Joti


 

Damals, als ich im Sommer 2016 in meiner Berliner Einzimmerwohnung saß und es regnete, schrieb die wilde Frau in mir folgenden Text:

„Der Regen trommelt wild ans Fenster. Macht sie ganz ruhig.

Der Regen trommelt wild ans Fenster. Macht sie ganz versessen.

Auf das, was kommt. Auf das, was wohl kommen mag. Auf die Natur, der sie sich hingeben wird.

Bilder, Erinnerungen kommen in ihr hoch, wenn sie dem Regenschauer lauscht, der sich über der Erde ergießt. Sie als kleines Mädchen mit ausgebreiteten Armen im Kreis drehend. Das Gesicht dem Himmel entgegen im Regen tanzend.

Bis einer kam und sagte, sowas mache man nicht.

So war das Erleben dieses Glücksgefühls für immer verboten.

Heute lernt sie das Verbot zu brechen.

Wenn es regnet, sitzt sie in ihrer Wohnung hinter dem Fenster und träumt sich hinaus. Träumt sich mitten in einen Wald, in dem sie mit nackten Füßen auf dem vom Regen aufgeweichten Waldboden tanzt und sich dabei die Fetzen ihres Kleides um ihren Körper schlingen. Dann träumt sie sich in die Erinnerungen ihrer Kindheit hinein. Wie sie auf dem Land in einer Dachgeschosswohnung wohnte und der Regen laut auf die Ziegelsteine prasselte. Noch lauter auf die Dachfenster. Ihr Tor zu Welt. Dort, wo die Welt begann.

Der Duft des Regens gemischt mit dem Holzgeruch der Dachbalken breitete sich aus. Es duftete nach süßer wilder Freiheit.

Das tut es auch heute noch. Wenn es regnet. In Berlin. Im zweiten Stock ihrer Altbauwohnung.

Wohin ruft sie der wilde Regen?

Diese Frage stellt sie sich heute Abend. Der wilde Regen. Wohin?“

Heute weiß ich, wohin er mich rief. Mutter Erde sprach durch ihn. Sie rief mich hinaus in die weite Welt. Sie rief mich dazu auf, mich zu befreien.

Sabrina Abhai Joti

 

 

2 Antworten auf „The Wild Rain I Der Wilde Regen

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